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Wer Ohren hat zu hören

Nicht jeder Mensch ist in gleicher Weise empfänglich für spirituelle Wahrheiten. Manche sind dafür offen und manche lehnen sie kategorisch ab. Die meisten jedoch schlafen. Milliarden von Menschen leben vor sich hin, gefangen in den Täuschungen der äußeren Erscheinungswelt und haben keine Ahnung, was sich hinter den Kulissen wirklich abspielt. Meistens muss etwas passieren, damit der Schlafende wachgerüttelt wird. Und selbst wenn der Mensch erwacht und erkennt, dass die äußere Erscheinungswelt nicht alles sein kann, so steht er doch noch ganz am Anfang und muss erst lernen, nach welchen Regeln in der geistigen Welt gespielt wird. Der Durchschnittsmensch, der keinen hohen Grad an Empfänglichkeit besitzt, kann die in den höheren Wahrheiten verborgene Weisheit weder verstehen noch anwenden. Wenn man versucht, sie ihm verbal mitzuteilen, hört er sie zwar, aber er versteht sie nicht. Er sieht und sieht doch nicht. Erst durch die Weisheit, die ihn das Leben lehrt, öffnen sich langsam aber sicher die inneren Türen. Wenn er das, was er lernt, praktisch anwendet, wird er Fortschritte machen und seiner Befreiung näher kommen.

Die höchsten Wahrheiten der geistigen Welt, die Wirklichkeit, die verborgen ist hinter den Sinneswahrnehmungen und die jenseits der Denkfähigkeit des Verstandes liegt, können nur durch Intuition erfasst werden. Die reine Erkenntnis ist bereits tief in unserem Wesen angelegt. Sie war immer da und ist immer da. Durch die ständigen Ablenkungen der äußeren Erscheinungswelt sehen wir das Offensichtliche nur nicht mehr. Das Erwecken unseres intuitiven Wissens legt die reine Erkenntnisfähigkeit der Seele wieder frei. Sämtliche Phänomene der materiellen Welt haben ihren Ursprung in der geistigen Welt. Das Sichtbare kommt aus dem Unsichtbaren. In der platonischen Philosophie nennt man das Emanation. Auch wir, als Bewusstseinsentitäten kommen aus dem Unsichtbaren. Bewusstsein an sich ist unsichtbar. Nur der Körper ist sichtbar. Es ist eine Mär, die man uns immer wieder vorgaukeln will, wenn behauptet wird, unser Bewusstsein hätte sich durch biologische Evolution aus der Materie heraus entwickelt. Die Absurdität dieser Behauptung werde ich in meiner weiteren Arbeit noch klar darlegen. Jeder Mensch kann mit seinem geistigen Ursprung in Verbindung treten und die Wunder wahrnehmen, die daraus hervorgehen. In dem Moment, in dem wir uns unserer geistigen Herkunft wieder gewahr werden, erleben wir eine Art „zweite Geburt“. Die Seele erwacht zu ihrem wahren Leben.

Die sensationslüsternen Menschenmassen folgen einem Hype nach dem anderen. Die Aufmerksamkeit wird dadurch fehlgeleitet, wodurch nur Wenige den inneren Wahrheitsschatz entdecken. Was daraus folgt ist Leid. Die Versprechen, die uns die Außenwelt gibt, kann sie nicht halten. Im Gegenteil: Sie vereitelt die Einheit der Menschenseele mit Gott. Die göttliche Welt kann all unsere Sehnsüchte erfüllen und noch viel mehr. Sie befreit uns aus dem sich ewig wiederholenden Kreislauf des Leids. Wir haben vergessen, wer wir wirklich sind. Dieses Vergessen kann nur durch Selbsterkenntnis überwunden werden. Mit Hilfe der intuitiven Kraft kann die Seele direkt ihre eigene Natur als individualisierter Geist erkennen und diesen Geist als die Essenz aller Dinge wahrnehmen. Alle echten spirituellen Traditionen und alle großen Religionen der Welt gründen sich auf intuitives Wissen. Jede von ihnen hat ein exoterisches oder äußeres Erscheinungsbild und einen esoterischen oder inneren Kern. Was die Öffentlichkeit sieht, der exoterische Aspekt, umfasst Lehrmeinungen, Dogmen, Regeln und religiöses Brauchtum. Das alles dient als Richtlinie für die breite Masse der Gläubigen. Der esoterische Aspekt beinhaltet hingegen Methoden, die sich auf die tatsächliche Verbindung der Seele mit Gott konzentrieren.

Der exoterische Aspekt ist für die Vielen, der esoterische Aspekt für die wenigen Eifrigen. Nur der esoterische Aspekt jeder spirituellen Tradition führt zur Intuition, zur unmittelbaren Erkenntnis der Wirklichkeit. Wir finden ihn in jeder großen Religion. Im Hinduismus sind es die Veden, die den fortgeschrittenen Suchenden in die transzendentale Wirklichkeit führen. Der Buddhismus mit seinen unterschiedlichen Methoden zur Beherrschung der Denkvorgänge und zur Vertiefung der Meditation betont den Standpunkt, dass man intuitives Wissen brauche, um die Transzendenz des Nirwana zu erfahren. Der Sufismus des Islam beruht auf der intuitiven mystischen Erfahrung der Seele, die in der Praxis der Derwische unmittelbar erlebt wird. Im Judentum ist es die Kabbala, die den Weg in das innere Erleben der göttlichen Gegenwart weist. Im Christentum ist es die christliche Mystik, die vertreten durch Meister Eckhart, Hildegard von Bingen oder Teresa von Ávila in die Einswerdung der Seele mit ihrem wahren göttlichen Selbst führt. Daraus wird ersichtlich, dass die kulturelle Tradition, aus der ein Mensch entstammt oder auch seine familiäre Herkunft letztlich nur eine Nebenrolle spielen. Wir alle sind Menschen, das heißt, wir tragen den göttlichen Funken, die Quelle aller Wahrheit und Glückseligkeit in der Tiefe unserer Seele. Jeder kann diesen Funken zu einem Feuer entfachen, wenn er nur Ohren hat zu hören.

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Siegfried Trebuch

Siegfried Trebuch gehört keiner Religion oder spirituellen Tradition an. Nach einem einschneidenden inneren Erlebnis veränderte sich sein Leben grundlegend. Er entdeckte eine Kraft in sich, die ihm dabei half, Frieden und Erfüllung zu finden. Seine Erkenntnis: Jeder Mensch trägt dieses schlummernde Potential positiver Energie in sich. Wer lernt, diese Kraftquelle zu erschließen, wird in der Lage sein, dauerhaft ein Leben in Glück und Freiheit zu führen.

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Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Lieber Siegfried, ich höre Dir sehr gerne zu, lausche Deinen Worten mit transparentem Verstehen, da mein Weg mit (heute 18.02.2021 mein 70. Geburtstag) sich auch sehr intensiv entstaubt hat aus einem früheren eher unbewussteren Sein. Aber seit 2006 gut am Weg!
    Danke für dieses Video und Blog – sehr wohltuend und bestätigend.

    Gruss Willy

  2. Lieber Siegfried,

    vielen Dank für diesen wunderbaren Beitrag!

    Alles Liebe und herzliche Grüße,
    Elfriede

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