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Alles wird gut

Alles wird gut! Oder doch nicht?

In unserem beliebten kostenlosen Newsletter “Ein Moment für Dich” versenden wir täglich ein handverlesenes Zitat. Wir überlegen uns sehr genau, welchen Aphorismus wir auswählen, denn jeder einzelne ist Teil eines umfassenden geistigen Weltbildes, auf dem unsere Arbeit aufbaut. Manche Zitate sind einleuchtend und klar, ihr Sinn erschließt sich dem Leser sofort. Andere hingegen klingen seltsam, ja sogar provokant und bedürfen näherer Erläuterung, um die tiefe Bedeutung zu erfassen. Dieser hier ist einer davon:

Es war immer alles gut,
es ist immer alles gut
und es wird immer alles gut sein.
Alles andere ist Illusion.

“Stimmt doch gar nicht!”, könnte man einwenden, “Gar nichts ist gut! Weltweit nimmt die Gewalt zu, Armut greift um sich, der Planet wird rücksichtslos ausgebeutet und zerstört und da wird behauptet, alles wäre gut.”

Auf den ersten Blick stimmt das zwar, beschreibt aber lediglich eine Sichtweise der Realität. Wenn sich für den Menschen der Blick in die geistige Welt öffnet, so entdeckt er,  dass sich hinter der einen, offensichtlichen noch eine weitere, viel größere geistige Realität verbirgt. Wie kann man sich diese vorstellen? Der griechische Philosoph Platon hat die geistige Welt vor etwa 2.300 Jahren in drei hierarchisch geordnete Prinzipien eingeteilt: Zuoberst steht das absolut transzendente “Eine”, darunter der überindividuelle Geist oder Intellekt (Nous), gefolgt vom seelischen Bereich. Der Nous geht aus dem undifferenzierten Einen hervor, er entströmt ihm, doch ohne dass die Quelle selbst davon betroffen ist und sich dabei irgendwie verändert. Er ist die Welt des reinen Denkens, das sich nicht auf sinnlich wahrnehmbare Einzelgegenstände richtet, sondern auf das ihnen zugrunde liegende Allgemeine, die vollkommenen Ideen. An den Nous schließt sich die dritte Wirklichkeitsebene an, der Bereich des Seelischen, der ebenfalls nicht sinnlich wahrnehmbar ist. Dies ist der unterste Bereich der rein geistigen Welt, dem auch die Einzelseelen angehören. Unmittelbar darunter beginnt die Sinnenwelt. Wie der Nous aus dem Einen geht das Seelische aus dem Nous durch Emanation hervor. Das Geistige formt sich immer mehr zum Physischen aus.

Wie hängen nun diese Wirklichkeitsebenen mit dem Menschen zusammen? Wie ich schon in Wir sind multidimensionale Wesen beschrieben habe, stehen jedem prinzipiell all diese Seinsebenen offen. Die Betonung liegt auf prinzipiell, denn dem materiell Orientierten ist nur die unterste Ebene bewusst. Er hat die in seinem Inneren verborgen liegenden Schlüssel zu den höheren Seinsebenen noch nicht gefunden, bzw. noch gar nicht danach gesucht. Das Potential ist latent vorhanden, aber es bleibt ungenutzt. Es ist wie mit dem Klavierspiel: Jeder hat Finger und kann Tasten drücken. Man hört Töne, aber noch nicht unbedingt Musik. Dazu muss erst die Fähigkeit des Klavierspielens entwickelt werden.

In der Erschließung des eigenen geistigen Potentials liegt letztendlich der einzige und wahre Sinn des Lebens. Es geht darum, die unteren Seinsschichten, ausgehend von der materiellen Welt, zu transzendieren, um immer tiefer in die feinstofflichen Ebenen vorzudringen. Erhebt man sich über die physische Ebene, so verändert sich damit auch radikal die Sicht auf die Dinge. Die eigene Situation und die der anderen wird vollkommen neu wahrgenommen. Nimm zur Veranschaulichung deine Alltagswelt, dein Haus, deine Wohnung, die Stadt, in der du lebst. Du trägst ein ganz persönliches, höchst subjektives Bild der Welt in dir, in der du tagtäglich lebst. Wenn du aber in einem Flugzeug 10.000 Meter über deiner so vertrauten Welt fliegst, sieht sie ganz anders aus, obwohl es noch immer die selbe Welt ist. Würdest du in der ISS sitzen, so nähmst du deine kleine Welt nur mehr als einen Teil eines großen Ganzen wahr. So wie der räumliche Abstand den Blick auf die materielle Realität verändert, so verändert sich auch der mentale Blick, wenn du die Perspektive wechselt. Je höher du bist, desto mehr siehst du.

Die spirituelle Entwicklung gipfelt in der Verschmelzung der Seele mit der alles durchdringenden Einheit. Der eingeengte menschliche Blickwinkel erweitert sich ins Unermessliche. Man verliert sich nicht mehr im Detail, das Ganze wird sichtbar. Aus diesem Blickwinkel ist das angesprochene Zitat zu verstehen. Es beinhaltet die drei Aspekte von Zeit: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. In der Einheit verschmilzt diese scheinbare Dreiteilung zu einem untrennbaren Ganzen. Der Fluss der Zeit kommt zum Stillstand. Es gibt nur mehr das große JETZT. Das gleiche gilt für die drei Wirklichkeitsebenen: Das Materielle, das Seelische und der Nous werden als Emanationen des Einen erkannt.

Die Vielfalt menschlicher Erfahrung, ganz gleich ob erfreulich oder schmerzhaft, mündet in diese Erfahrung. Du erkennst, dass alles, was du durchlitten und durchlebt hast, ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg in die Ganzheit war. Rückblickend betrachtet erkennst du den erhabenen Sinn in den verschlungenen Wegen, die du gegangen bist. Egal, ob freudvoll oder schmerzhaft, alles war nur Teil des Weges, der ins beständig Gute führt. Alles, was du auf dem Weg dorthin erfahren hast, war nichts anderes, als ein vergängliches Erlebnis. Was bleibt ist das Gute.

In dieser Gewissheit kannst du vertrauensvoll in die Zukunft blicken. Wenn du weißt, dass das Fundament alles Seienden das Gute ist, kann das Schlechte auf Dauer keinen Bestand haben. Es wird vorübergehen und muss sich letztlich immer zum Guten wenden.

SchicksalSeeleZukunftZuversicht

Siegfried Trebuch

Siegfried Trebuch gehört keiner Religion oder spirituellen Tradition an. Nach einem einschneidenden inneren Erlebnis veränderte sich sein Leben grundlegend. Er entdeckte eine Kraft in sich, die ihm dabei half, Frieden und Erfüllung zu finden. Seine Erkenntnis: Jeder Mensch trägt dieses schlummernde Potential positiver Energie in sich. Wer lernt, diese Kraftquelle zu erschließen, wird in der Lage sein, dauerhaft ein Leben in Glück und Freiheit zu führen.

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Dieser Beitrag hat einen Kommentar
  1. Sehr gute Frage! Sie liegt in uns, bewegt uns massiv und wir wissen manchmal kaum eine Antwort.
    “Es war immer alles gut,
    es ist immer alles gut
    und es wird immer alles gut sein.
    Alles andere ist Illusion.”
    Aus der Sicht der großen Seelenentwicklung mag das genau treffend sein, da wir immer das als Lernaufgabe erhalten, was wir benötigen – und auch die Zeit, um sie umzusetzen.
    Aber aus der Sicht des Augenblickes – könnten wir uns die Haare raufen. Man fragt sich, kann es überhaupt noch tiefer gehen? … und es geht weiter tiefer. …. und wie oft fühlt man sich hilflos dem gegenüber, wohl gerade für die älteren Seelen, die so manche Lernaufgabe bereits hinter sich haben, sie so nicht mehr bräuchten.
    > Daraus ergibt sich eine weitere Sichtweise: die kollektive. Auch der muss Rechnung getragen werden …

    Hoffen wir, dass wir wenigstens noch die Anfänge der neuen Zeit miterleben dürfen.
    Danke!

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