Überspringen zu Hauptinhalt

Was ist eigentlich Spiritualität?

Täglich verwenden wir Worte, ohne dass wir uns jemals Gedanken darüber gemacht haben, was sie genau bedeuten. Oft haben wir nur eine vage Vorstellung davon. Aber die Vorstellung, die ich von zum Beispiel dem Begriff “Seele” habe, kann von deiner Vorstellung weit abweichen.
So kann es passieren, dass wir aneinander vorbei reden. Es entstehen Missverständnisse und manchmal sogar Konflikte. Um dem vorzubeugen, ist es wichtig, Begriffe möglichst präzise zu definieren.

Ein Begriff, der in meiner Arbeit besonders große Bedeutung hat, ist “Spiritualität”. Im heutigen Sprachgewirr wird damit Vieles verbunden, was bei genauer Betrachtung oft wenig damit zu tun hat. Deswegen ist es mir wichtig, euch eine möglichst klare Vorstellung davon zu vermitteln, was ich unter Spiritualität verstehe. Werfen wir einen kurzen Blick auf Wikipedia. Dort wird Spiritualität folgendermaßen definiert:

Spiritualität (von lateinisch spiritus ,Geist, Hauch‘) bedeutet im weitesten Sinne “Geistigkeit” und bezeichnet eine auf Geistiges aller Art ausgerichtete Haltung.

Die Betonung liegt hier auf “Geistigem”. Somit grenzt sich Spiritualität klar vom seinem Gegenteil, dem Materiellen ab. Um ein einfaches Beispiel zu nehmen: Ein Stein ist materiell, wohingegen ein Gedanke geistig ist. Das mag zwar einleuchten, scheint aber immer wieder vergessen zu werden.
Wenn wir zum Beispiel in ein Esoterikgeschäft gehen, finden wir dort Kristalle, Klangschalen, Traumfänger, Essenzen, usw. Per Definition handelt es sich dabei um Materielles und nicht um Geistiges. Diese Objekte sind für sich genommen erst einmal nichts Spirituelles, auch wenn sie uns als solches verkauft werden.

Man darf nicht den Fehler machen zu glauben, nur weil an der Tür eine Blume des Lebens klebt und im Schlafzimmer ein Traumfänger hängt, wäre man schon „spirituell“. Objekte können nie ein Ersatz für wahre Spiritualität sein. Sie können höchstens als Hilfsmittel dienen um zum Beispiel eine gewisse Atmosphäre aufzubauen oder die innere Sammlung zu fördern, mehr aber auch nicht. Der Besuch einer Esoterikmesse vermittelt aber genau das Gegenteil. Dort wimmelt es nur so von materiellen “Hilfsmitteln”. Der Unbedarfte könnte denken, dass das alles sehr „spirituell“ wäre und dass er das alles bräuchte, um „spirituell“ zu sein. In Wahrheit braucht man für echte Spiritualität nur sehr wenig. In Wahrheit geht es darum, den Blick weg vom Materiellen hin zum eigenen Geistigen zu richten.

Wer sich auf den Weg der spirituellen Entwicklung begibt, wird äußere Hilfsmittel nach und nach ablegen. Er hat gelernt mit seinen geistigen Kräften zu arbeiten. Was sind nun diese geistigen Kräfte? Bei unserem Beispiel von Stein und Gedanke ist die Trennung noch recht klar. Komplizierter wird es, wenn wir den Menschen betrachten. Er ist nicht entweder materiell oder geistig, sondern sowohl als auch. Einerseits haben wir einen materiellen Körper, andererseits ist dieser Körper belebt. Wir haben Gedanken, Gefühle, Erinnerungen, Visionen, einen Willen und manchmal sogar spirituelle Erfahrungen.

Wo liegt hier die Grenze zwischen Geistigem und Materiellem? Das ist eine schwierige Frage, über die sich schon Generationen von Philosophen und Mystikern den Kopf zerbrochen haben. Ich habe eine Definition gefunden, die sehr treffsicher ist, und gleichzeitig Vieles offen lässt:

Alles, was am Menschen nicht materiell ist, gehört in den Bereich des Geistigen.

Um noch drastischer zu veranschaulichen: Alles, was von einem Verstorbenen zurückbleibt, ist materiell, während alles andere geistig ist. Das lässt natürlich einen großen Spielraum für alles was geistig ist. Und damit werden wir uns in noch vielen weiteren Videos beschäftigen. “Spirituelle Objekte” allein machen uns also noch nicht zu spirituellen Menschen.

Was unterscheidet also einen spirituellen von einem “nicht-spirituellen” Menschen? Wenn wir Spiritualität noch nicht für uns entdeckt haben, laufen unsere Bewusstseinsprozesse noch weitgehend nach einem Reiz-Reaktions-Mechanismus ab. Das heißt, auf einen äußeren Reiz folgt ziemlich automatisiert eine innere Reaktion. Wenn wir zum Beispiel nicht besonders gut mit unserem Chef können und dieser plötzlich zu Tür hereinkommt, werden wir uns sofort unwohl fühlen. Er hat in uns etwas ausgelöst, das wir scheinbar nicht kontrollieren können.
Wenn uns jemand auf der Straße die Vorfahrt nimmt, geraten manche von uns sofort in Rage. Manchmal treffen wir auf Menschen, in die wir uns spontan verlieben, ohne wirklich zu wissen, warum.

Unser ganzes Leben verläuft in einem endlosen Strom von äußeren Reizen und inneren Reaktionen. Wir reagieren ständig in bestimmten Mustern auf Menschen und Situationen. Der nicht-spirituelle Mensch nimmt das als gegeben hin und sagt: „Ich bin einfach so.“ Er nimmt sich selbst als statische Persönlichkeit wahr, die sich auch nicht groß verändern wird. Ja er geht sogar soweit, sich selbst über seine Eigenarten zu definieren. Er nimmt seine Stärken und Schwächen als gegeben hin und versucht gar nicht erst, sie zu verändern.

Der spirituelle Mensch hingegen entdeckt, dass seine Persönlichkeit nicht in Stein gemeißelt ist. Er tritt aus sich heraus und wird zu seinem eigenen Beobachter. Anstatt im alten Reiz-Reaktions-Muster zu verharren, beginnt er sich selbst zu hinterfragen. Warum verliebe ich mich in gerade diesen Menschen? Warum mag ich meinen Chef nicht? Warum machen mich die immer wieder gleichen Situationen wütend? Das muss doch irgend etwas mit mir zu tun haben.

Wenn wir beginnen, uns selbst zu beobachten, dann treten unsere Stärken und Schwächen immer klarer zu Tage. Wir werden uns unserer selbst bewusst. Das war es, was die alten Griechen mit dem berühmten Spruch „Mensch, erkenne dich selbst“ meinten. Wenn wir unsere Stärken und Schwächen so deutlich vor uns sehen, erwacht das Bedürfnis, uns zu verbessern. Das können wir tun in dem wir zum Beispiel positive Gedanken fördern und negative loslassen.

Hier beginnt sich der nicht-spirituelle Mensch zum spirituellen Menschen zu transformieren. Er erforscht sein Bewusstsein und arbeitet aktiv an seiner Gestaltung. Und das ist für mich die Definition von gelebter Spiritualität: Ein spiritueller Mensch beschäftigt sich bewusst mit seinen geistigen Kräften. Insbesondere sind das die Denkprozesse und die Gefühlswahrnehmungen. Beides geht Hand in Hand und bestimmt unser Sein. Wir entdecken, dass wir unser Leben frei gestalten können, indem wir unser Denken und Fühlen bewusst wahrnehmen und formen. Dann tun sich in unserem inneren Türen auf, die in ganz neue Bereiche führen.

Wenn wir dann feststellen, wie sich unser Leben zum Positiven verändert, wollen wir natürlich diesen Prozess, den wir selber in Gang gesetzt haben, noch weiter fördern. Das wohl mächtigste Werkzeug dafür ist Meditation. Wer lernt, Meditation für sich effektiv zu nutzen, dem stehen alle Möglichkeiten offen. In der Meditation tut man, vereinfacht gesagt, nichts anderes, als sich täglich für eine gewisse Zeit nur mit seiner Innenwelt zu beschäftigen und sie positiv zu beeinflussen. Direkter geht es nicht.

Ich selbst habe mich mit einer breiten Palette von Meditationstechniken befasst und über die besten ein Buch geschrieben. Wenn ihr mich von Spiritualität reden hört, meine ich damit Bewusstseinsarbeit in ihrer reinsten Form. Dabei geht es immer um Euer eigenes Denken, Fühlen und dem daraus folgendem Handeln. Ihr werdet bewusste Schöpfer eurer eigenen Realität.

EsoterikSpiritualität

Siegfried Trebuch

Siegfried Trebuch gehört keiner Religion oder spirituellen Tradition an. Nach einem einschneidenden inneren Erlebnis veränderte sich sein Leben grundlegend. Er entdeckte eine Kraft in sich, die ihm dabei half, Frieden und Erfüllung zu finden. Seine Erkenntnis: Jeder Mensch trägt dieses schlummernde Potential positiver Energie in sich. Wer lernt, diese Kraftquelle zu erschließen, wird in der Lage sein, dauerhaft ein Leben in Glück und Freiheit zu führen.

DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare
  1. Lieber Siegfried,
    ich freue mich auf jeden Newsletter mit Deinen beseelten und so einfach klaren Texten. Warum kann solche Lebenshilfe nicht in Schulen unterrichtet werden. Ich war mal Lehrerin und das Leben hat mich rauskatapultiert, damit ich im Begleiten von Menschen das Leben tiefer und tiefer erforschen kann, um andere dann -wie DU- mit meinen Ent-Deckungen zu beschenken.
    Inzwischen bin ich seit 25 Jahren bei einem spirituellen Lehrer, der uns die Ausrichtung auf Vollendung vermittelt: Meister M! Sein Satz, unser All-Tag sei unsere Spiritualität, bringt es auch auf den Punkt: unsere innere Haltung und unser Umgang mit unserer Welt und dem Leben zeigt, wie weit unsere Spiritualität gereift ist. Lass uns weiter mit unseren Mit-Menschen teilen, was uns an Bewusst-Sein ermöglicht wird! Danke für DICH!

    1. Danke, Renate! Ich habe mich auf Deiner Website https://www.trauer-trost.de umgesehen. Das ist eine extrem wertvolle Arbeit, die Du da machst. Das kann ich gar nicht genug betonen. Es ist so wichtig, dass das Thema Tod enttabuisiert wird und vor allem, dass den Menschen die Angst davor genommen wird. Das ist eine Krankheit unserer Zeit. Wer einmal “hinüber” geschaut hat, der weiß, dass es nichts zu befürchten gibt. Ich werde auch in meinen Videos noch auf dieses Thema eingehen.

      Ich wünsche Dir viel Kraft und Freude für Deine wertvolle Arbeit!

      Alles Liebe
      Siegfried

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

An den Anfang scrollen
Mit dem kostenlosen Newsletter informieren wir dich über alle Neuigkeiten.
NEWSLETTER
Jetzt anmelden
Wir respektieren deine Privatsphäre und geben deine E-Mail-Adresse nicht weiter!
NEWSLETTER
Mit dem kostenlosen Newsletter informieren wir Sie einmal pro Woche unverbindlich über unsere Neuigkeiten.
Wir respektieren Ihre Privatsphäre und geben Ihre E-Mail nicht weiter!
Jetzt anmelden
Melde dich für den Newsletter an

Mit einem Freund teilen