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Seinem wahren Selbst treu bleiben

Jeder Mensch steht im Spannungsfeld zwischen den Interessen seines Egos und den Interessen seines wahren Selbstes. Oft muss man über seinen eigenen Schatten, den Schatten des Egos springen, um dem wahren Selbst treu zu bleiben. Das fällt nicht immer leicht. Das Ego ist stets dem Irdischen zugewandt. Geld spielt hier eine ganz besondere Rolle. Mit Geld lassen sich alle Genüsse, die die irdische Welt zu bieten hat, beschaffen. Wer dem Irdischen dient, wird auf diejenigen herab schauen, die sich dem Geistigen zuwenden. Er kann gar nicht anders, denn die Hinwendung zum Ego ist automatisch eine Abwendung vom wahren Selbst. Manche zelebrieren ihr Ego regelrecht und stellen zur Schau, was sie haben und wer sie, nach irdischen Maßstäben, sind. Sie haben kein Problem damit, als Egotripper dazustehen. Schließlich gibt es viele, die sie bewundern und es ihnen am liebsten gleichtun würden.

Dann gibt es noch die Scheinheiligen. Sie möchten als besonders gut und spirituell wahrgenommen werden. Hinter der Fassade dienen sie dem Irdischen jedoch genau so, wie es der Egoist tut. In jedem von uns steckt die Tendenz, vor anderen und auch vor uns selbst gut dastehen zu wollen. Aber dem wahren Selbst in uns können wir nichts vormachen. Es weiß genau, was wir denken, was wir tun und was unsere wahren Absichten sind. Es weiß, das für die irdische Persönlichkeit Reichtum und Anerkennung wichtig sind. Für das wahre Selbst in uns spielen diese Dinge jedoch keine Rolle. In dieser Welt wimmelt es von Menschen, die sich den Anschein von Gerechtigkeit, Gesetzestreue und politischer Korrektheit geben, wobei in Wirklichkeit im Herzen die Ungerechtigkeit herrscht. Viele lassen sich von solchen Menschen täuschen und durchschauen den Schein nicht, doch dem wahren Selbst kann man nichts vormachen.

Der Ersatz der inneren Entwicklung durch den äußeren Anschein ist das Schlimmste, was einem spirituellen Menschen passieren kann. Er glaubt, dem Göttlichen zu dienen, dient aber in Wirklichkeit dem Ego. Durch diesen äußeren Schein überredet und belügt er sich selbst, auf dem Weg seiner Bestimmung zu sein. Das verführerische an dieser Lüge ist, dass sie ihm ermöglicht, den Schwierigkeiten der inneren Entwicklung aus dem Weg zu gehen. Er erhält, während er dem äußeren Schein dient, die Anerkennung durch andere. So wird die Lebenslüge zusätzlich zementiert. Diese Unehrlichkeit und Feigheit sind ein Gräuel für das wahre Selbst. Die Klarheit und Wahrheit, die ihren Ursprung im wahren Selbst haben, werden bis zur Unkenntlichkeit verzerrt.

Dieses Spiel kann jedoch niemand endlos fortsetzen. Das wahre Selbst lässt sich nicht auf Dauer verdrängen und belügen. Früher oder später kommt es zu einem Konflikt zwischen irdischem Menschen und seinem geistigen Kern. Man kann diesen inneren Zwiespalt lange überspielen, doch eines Tages wird er aufbrechen wie eine Eiterbeule. Das erleben wir dann als Schicksalsschlag. Es passiert etwas, das unsere heile Scheinwelt aus dem Gleichgewicht bringt. Das kann eine Krankheit sein, der Verlust eines geliebten Menschen, ein Unfall, ein Jobverlust oder einfach ein seltsames Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt, dass man in seinem Leben etwas grundsätzlich ändern müsste. Das alles sind Versuche des wahren Selbst, mehr Aufmerksamkeit zu bekommen. Es will den Menschen von seinem selbstzerstörerischen Kurs abbringen, denn der Aufbau und die Pflege des Egos machen nur so lange Sinn, solange man ein Ego hat. Doch eines Tages muss alles, was zum Ego gehört, losgelassen werden oder es wird einem einfach genommen.

Es ist der steinigere Weg, auf sein wahres Selbst zu hören. Man muss auf viele Annehmlichkeiten verzichten, aber langfristig gewinnt man dafür etwas, das einem niemand nehmen kann und das den Wert der irdischen Schätze bei Weitem übersteigt. Aber dazu braucht man nicht bis ans Ende seines Lebens zu warten. Die Tür zur Glückseligkeit steht uns jetzt schon offen. Dazu bräuchten wir uns nur dem wahren Selbst in unserem Inneren zuzuwenden. Wir stehen also vor der Wahl: Wollen wir die vergänglichen Schätze der materiellen Welt oder die unvergängliche Fülle der geistigen Welt.

Viele Esoteriker meinen, man könnte beides haben: Ein irdisches Leben, das keine Wünsche offen lässt und oben drauf noch die Erweckung des wahren Selbstes, die mit innerer Glückseligkeit erfüllt. Spiritualität wäre dazu da, um sich alle Wünsche des Ich zu erfüllen. Das ist eine Selbstlüge, die man eines Tages teuer bezahlen muss. Alles Irdische hat ein Ablaufdatum. Wenn das erreicht ist, kann man nichts mehr an dem ändern, wofür man gelebt hat. Deswegen ist es so wichtig, sich jetzt schon Gedanken darüber zu machen.

Man kann nicht dem Ego und dem wahren Selbst gleichzeitig dienen.

Wer das glaubt, der ist in eine geschickt gestellte Falle des Ego geraten.

Wer das Maximum aus seinem Leben heraus holen will, der tut gut daran, sich auf sein wahres Selbst auszurichten. Dadurch nimmt der Ich-Mensch ab und der wahre Mensch nimmt zu. Man wächst in eine größere Dimension hinein. Eine Dimension, in der es kein Leid und keinen Mangel mehr gibt. Eine Dimension, in der wir die Glückseligkeit finden, nach der wir uns immer gesehnt haben.

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Siegfried Trebuch

Siegfried Trebuch gehört keiner Religion oder spirituellen Tradition an. Nach einem einschneidenden inneren Erlebnis veränderte sich sein Leben grundlegend. Er entdeckte eine Kraft in sich, die ihm dabei half, Frieden und Erfüllung zu finden. Seine Erkenntnis: Jeder Mensch trägt dieses schlummernde Potential positiver Energie in sich. Wer lernt, diese Kraftquelle zu erschließen, wird in der Lage sein, dauerhaft ein Leben in Glück und Freiheit zu führen.

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Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Allerbesten Dank, hilfreicher Überblick und einwandfrei erklärt, hoffentlich finden mehr und mehr aus dieser Ent-/Täuschung, Illusion heraus, zum (endlich) Wohl aller.

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