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Angst vor dem Licht

Vielleicht kennen Sie das: Es gibt Momente im Leben, an denen Sie extrem von positiver Energie erfüllt sind. Das kann zum Beispiel bei der Geburt eines Kindes, bei einem außergewöhnlichen Erfolg, bei der Begegnung mit einem besonderen Menschen, in der Meditation oder einfach nur so, ohne besonderen Anlass, geschehen. Das Glücksgefühl ist so stark, dass Sie es fast nicht ertragen können. Sie sind es einfach nicht gewöhnt, sich so zu fühlen und irgend etwas in Ihnen sagt: “Stärker darf es nicht mehr werden, sonst halte ich es kaum mehr aus.” Das ist eine interessante Erfahrung, denn offenbar stößt man hier an eine emotionale Grenze, selbst wenn es sich um solch positive Gefühle handelt. Was ist das, was unser Glücksempfinden limitiert?

Als Menschen haben wir gelernt, mit Begrenzungen zu leben. Besonders deutlich wird das in Bezug auf unseren Körper. Kein Mensch kann eine Tonne Gewicht heben, zehn Meter hoch springen oder 100km/h schnell laufen. Immer wieder erfahren wir, dass es an einem bestimmten Punkt “Stopp!” heißt. So haben sich auch im Unbewussten Schranken aufgebaut, an denen wir glauben, Halt machen zu müssen. Aber sind diese wirklich unverrückbar? Wir haben eine klare Vorstellung von unseren geistigen Fähigkeiten. Wir glauben zu wissen, was wir können und was wir nicht können, doch haben wir die Grenzen jemals wirklich ausgelotet oder sogar versucht, sie zu überschreiten? Es gibt Menschen, die sich nicht mit ihren Begrenzungen abfinden wollen. Sie gehen ans Limit und spüren Angst, doch anstatt stehen zu bleiben oder gar umzudrehen, lassen sie sich nicht von ihrer Angst abhalten und gehen stattdessen noch einen Schritt weiter. In diesem Moment haben sie den ihnen bisher zur Verfügung stehenden Erfahrungshorizont erweitert. Ein Gefühl von Glück und neuer Freiheit macht sich breit. Die Seele will expandieren, sie kennt von Natur aus keine Grenzen. Alle unsere inneren Mauern bauen wir selbst, in dem wir uns immer wieder sagten: “Das kann ich nicht” oder “Das traue ich mich nicht.”

Das sind die Worte unseres kleinen Ichs, das Angst davor hat, sich aufzulösen, wenn die selbst gesetzten Grenzen überschritten werden, und in gewisser Weise hat es auch Recht: Unser beschränktes Ich muss “sterben”, wenn wir der Seele erlauben wollen, sich auszudehnen. Ganz konkret erfahren wir das in der Meditation, wenn wir uns auf dem Weg nach Innen ganz dem Licht hingeben wollen. Ich möchte das anhand von Erfahrungen erläutern, die Leser meines Buches mit mir geteilt haben und die ich selbst auch so erlebt habe:

Am Beginn einer Meditationssitzung sind wir mit dem autoaktiven Verstand konfrontiert. Er versucht, uns an der Oberfläche zu halten. Wir wissen das und verwenden gezielt die Kerzenmeditation, um den autoaktiven Verstand zu beruhigen. Dann kehrt Stille in uns ein. An diesem Punkt stoßen wir häufig auf eine undefinierbare Angst. Wir fürchten uns davor, uns selbst zu verlieren. Es fühlt sich an, als würden wir uns auflösen. Doch diese Angst ist unbegründet. Wenn wir hier den Mut aufbringen, dran zu bleiben und weiter zu gehen, dann löst sich die Angst auf und wir tauchen in das dahinter liegende Meer des Lichtes und der Liebe ein. Sind wir dort angelangt, dann haben wir alle Ängste hinter uns gelassen. Hier können wir auftanken und uns Kraft und Zuversicht holen, die wir für die Herausforderungen des Lebens außerhalb der Meditation brauchen. In der nächsten Sitzung sind wir dann aufs Neue gefordert, den autoaktiven Verstand und unsere inneren Hürden zu überwinden. Doch dieses Mal sind wir schon einen Schritt weiter. Täglich kommen wir so unserem wahren Kern näher, bis wir eines Tages vollkommen eins mit ihm werden.

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Siegfried Trebuch

Siegfried Trebuch gehört keiner Religion oder spirituellen Tradition an. Nach einem einschneidenden inneren Erlebnis veränderte sich sein Leben grundlegend. Er entdeckte eine Kraft in sich, die ihm dabei half, Frieden und Erfüllung zu finden. Seine Erkenntnis: Jeder Mensch trägt dieses schlummernde Potential positiver Energie in sich. Wer lernt, diese Kraftquelle zu erschließen, wird in der Lage sein, dauerhaft ein Leben in Glück und Freiheit zu führen.

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